Kleider machen Leute

Schon seit einiger Zeit beschäftigt mich mein Kleiderschrank. Bis jetzt konnte ich das Thema sehr gut verdrängen, doch schon bald werden die Umzugskartons gepackt und da müssen die Klamotten ja schließlich auch mit. Um ehrlich zu sein, platzt mein Kleiderschrank aus allen Nähten, ebenso mein Stofflager . . .  😉 Irgendwie befinde ich mich in einem Teufelskreis, schließlich möchte ich mir doch etwas Schickes für den Herbst nähen.

Also ran ans ausmisten . . .

Stoffkoffer

Ich habe mir am Sonntag endlich mal die Zeit genommen und radikal aussortiert. Mal ganz ehrlich, Hand aufs Herz, was zieht man denn alles regelmäßig an von den vielen Klamotten?! Brauche ich wirklich alle drölfzig Halbarm – Shirts?! Nö, brauch ich nicht! Eineinhalb Stunden, zwei Tassen Tee und ein ganzes Zimmer voll Chaos später, stand ich mit vier Stapeln da, einmal natürlich behalten, dann zwei für meine beiden Freundinnen 😉 und einen für die Flüchtlinge in unserer Turnhalle.

Herbststoffe

Ich habe mir in letzter Zeit wirklich öfter die Frage gestellt, ob das nachhaltig ist, was ich in meinem Kleiderschrank habe und auch was ich dafür nähe.  Ich liebe das Nähen und achte immer häufiger auf Bio zertifizierte Stoffe, doch mal ganz ehrlich, brauchen wir wirklich so viele Klamotten, die wir teilweise nähen?! Denn je mehr ich aus meinem Schrank herausgeholt hatte, umso mehr beschlich mich das ungute Gefühl, dass wir bedeutend mehr kaufen bzw. auch nähen, als wir im Endeffekt tatsächlich anziehen.

Das Thema ist so weitergreifend, dass man das alles gar nicht in einem Post zu Wort bringen kann. Man braucht vermutlich auch mehr als einen ganzen Blog dafür. Ich möchte hier weder Moralapostel sein, noch eine Predigt über nachhaltige Kleidung halten. Lediglich meine Gedanken dazu äußern. 😉

Herbststoffe

Ich selbst muss doch auch zugeben, dass ich H&M Basics habe und meine Lederschuhe unheimlich toll finde. Ich kann meinen kompletten Kleiderschrank deswegen nicht auf den Kopf stellen, schon rein finanziell ist das im Moment als (wieder) Student nicht möglich. Was ich aber wichtig finde, ist die Gedankenkette, die mit dem Thema Kleidung und Nachhaltigkeit einhergeht. Ich finde, es ist der erste Schritt in die richtige Richtung, sich selbst zu fragen, ob ich dieses oder jenes Kleidungsstück jetzt wirklich brauche, oder ob ich das Geld dafür nicht lieber spare und mir stattdessen etwas Besonderes aus einem tollen Bio-Stoff nähe. Oder ob ich einen schönen Ausflug mit meinen Lieblingsmenschen unternehme oder den Herzensmann zum Essen einlade, oder oder oder

Herbststoffe

Ich für meinen Teil, habe mir eine kleine Tabelle für meine zukünftige Herbst – / Wintergaderobe angelegt: mit Dingen, die ich wirklich brauche und die ich gern haben möchte um vorhandene Kleidungsstücke zu ergänzen oder zu kombinieren. Auf schrille Einzelstücke, die zu nix passen und eigentlich am Besten auf der Schneiderpüppi (die ich nicht besitze 😀 ) aussehen, möchte ich (außer zu Fasching 😀 ) verzichten. 😉

Ihr merkt schon, so richtig lässt mich das Thema nicht los. Was  ist eure Meinung dazu? Wünscht ihr euch in Zukunft mehr dazu? Mich interessiert wirklich eure Meinung zu dem Thema, also immer her damit!

Freutag, Ich näh bio

8 thoughts on “Kleider machen Leute

  1. Über das Thema habe ich in letzter Zeit auch nachgedacht.
    Ich habe ebenfalls einen sehr vollen Stoffschrank und einen Großteil meiner Sommerkleidung habe ich diesen Sommer gar nicht angezogen, obwohl genügend Tage dafür da waren. Dabei habe ich meinen Kleiderschrank erst vor ca. 1 Jahr als ich umgezogen bin ausgemistet.
    Finde es toll dass du das Thema ansprichst. Ich werde meinen Kleiderschrank jetzt auch nochmal ausmisten und dann eine Liste aufstellen was ich mir für Kleidung nähen werde, damit diese auch zu meinem vorhandenen Kleidungsschrank passt und angezogen wird. Mal sehen ob das klappt!

    Lieben Gruß
    NähKäthe

    1. Es freut mich wirklich sehr, dass ihr alle aufgeschlossen und sensibel auf das Thema reagiert. Ich finde es momentan auch noch sehr schwierig den Überblick zu behalten. Doch Schritt für Schritt möchte ich wirklich nur noch Lieblingsstücke in meinem Kleiderschrank hängen haben.
      Ich bin gespannt wie sich das Projekt langfristig entwickelt. 😉
      LG Vivien

  2. Da kann ich dir auch nur zustimmen. Manchmal ist man tatsächlich etwas überfordert durch die große Auswahl und so recht zusammenpassen wollen viele Sachen auch nicht.. Ich behelfe mir immer wieder damit, den gesamten Schrank auf ‚Liegenbleiber‘, die ich ewig nicht getragen habe, abzusuchen und die dann zu spenden. Trotzdem wäre es sinnvoll, sich mal mit einer Capsule Wardrobe zu beschäftigen.. Wenn ich nur nicht so kombinierunfähig wäre..
    Liebe Grüße
    Caroline

  3. Ich muss Dir da recht geben. Wir haben doch fast alle zu viele Klamotten. Ich habe erstmal aufgehört neue Kaufklamotten zu kaufen. Und alles was ich wirklich neu brauche versuche ich zu nähen. So ist der Klamottenzuwachs sehr überschaubar bei mir. Und das genähte wird auch getragen.
    Ausnahmen mache ich bei second Hand Klamotten. Da schlage ich schonmal zu. V.a. für meine kleine Tochter, die jeden Tag mindestens ein Outfit durchkleckert macht das sehr viel Sinn.

    1. Ich kaufe auch recht selten noch in Klamottenläden ein, wirklich nur wenn es sich um Funktionsklamotten handelt oder Unterwäsche. 😉 Daran habe ich mich noch nicht getraut. Aber man weiß ja nie, was noch alles kommt. 😉
      LG Vivien

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